
Überblick
HeroQuest – Der Aufbruch, im Original „First Light“, ist eine abgespeckte Einsteigerversion des 2021er HeroQuest-Remakes mit zehn neuen Quests. In den vielen Erweiterungen ist die Box als alternativer Einstieg zur 2021er Grundbox zu verstehen. Dazu mehr weiter unten.
Statt Plastikminiaturen für Monster und Möbel gibt’s Pappaufsteller und Overlays. Außerdem:
- zehn neuen Quests
- ein doppelseitiges Spielbrett,
- vier Heldenminiaturen, deren Design sich von denen aus der 2021er Grundbox unterscheidet.
- eine Drachenminiatur
- ein Regelwerk, das bewusst einsteigerfreundlich gehalten ist.
Zielgruppe laut Hersteller ab vierzehn Jahren, zwei bis fünf Spieler, Spieldauer ist mit etwa einer Stunde angegeben, das halte ich aber für zu wenig. Release war Anfang März 2025
UVP sind 49,99 Euro, man kann es aber problemlos für um die 40€ inkl. Versand im Internet finden.

Meine Analyse
Also was haben wir hier? Intention ist ganz klar, die Einstiegshürde durch den geringeren Preis zu senken. Wir haben hier quasi ein vollwertiges Grundspiel zum halben Preis.

Die Karten
Die Spielkarten in First Light haben aktualisierte, klarere Regeltexte, wie man in diesem Post sieht: https://www.reddit.com/r/Heroquest/comments/1i6b8kk/review_first_light_part_8_treasure_cards/
Die Quests
Die zehn Quests sind wie gesagt als Alternative zur 2021er Grundbox zu verstehen, deren 14 Quests ja immer noch auf dem Original von 1989 basieren. Zur Reihenfolge der Quests gibt es hier eine tolle Seite, die dies darstellt:
https://elvyler.com/heroquest-quest-order
Mit Fokus auf die ersten Boxen und Erweiterungen sieht man also, man spielt erstmal die zwei kostenlosen online PDFs und dann kommt „Der Aufbruch (First Light)“ ODER die „Grundbox (HQ Game System)“.
Rezension der Quests
Ich muss sagen, die Quests aus „Der Aufbruch“ sind sehr gut geschrieben und bieten eine Menge Abwechslung während die Quests aus der Grundbox oft relativ simpel dagegen erscheinen.
Allein dafür lohnt sich schon der Kauf.
Minis

Enthalten sind wie gesagt
- vier Heldenminiaturen, deren Design sich von denen aus der 2021er Grundbox unterscheidet.
- eine Drachenminiatur
Möchte man die Quests mit allen Minis spielen, benötigt man:
- die 2021er Grundbox

- die Erweiterung „Kellar’s Keep„, denn daraus kommen die beiden Türen zum Einsatz
Das Spielbrett
Das doppelseitige Spielbrett führt zum ersten mal eine andere Karte ein, als in allen anderen Erweiterungen, die nur mit Overlays arbeiten aber immer auf dem Standard-Brett stattfinden. Leider hat die Karte an der Falz einen „Huckel“ auf dem Türen und so weiter leider etwas wackelig stehen. Trotzdem eine nette Abwechslung. Ich habe für die Quests auf dem Standard Brett allerdings das Brett aus der Grundbox verwendet, weil es keinen Huckel hat.
Preis-Tipp für App-Spieler
Sofern ich nicht etwas wichtiges vergesse: Besitzt man das Grundspiel und spielt mit der App fehlt einem eigentlich nur eine Drachenminiatur und die andere Seite des Spielbretts. Ersteres könnte man auftreiben und zweiteres könnte man sich auch ausdrucken 😉
Man erhält dann allerdings nicht die neueren, besser geschrieben Karten und die alternativen Helden-Minis.
Spiel mit Kindern
Ich habe kurz nach dem Release letztes Jahr mit meiner damals fünfjährigen Tochter angefangen, das Spiel zu spielen. Wir spielen gemeinsam gegen die App. Die Regelmechaniken habe ich dabei selbst übernommen und ihr nur die Entscheidungen angesagt: Wen willst Du bekämpfen, Würfel jetzt mit drei weißen würfeln, in welche Richtung willst du gehen, willst du nach Schätzen oder Fallen suchen und so weiter. Das hat gut funktioniert, sie hatte sichtlich Spaß, und wir stecken inzwischen in der zehnten und letzten Quest. Was ihr dabei besonders gut gefällt, wenn ich sie frage: Kämpfen, Schätze suchen, Zaubern und Monster besiegen.
Fazit
Das Quest-Design finde ich sehr gelungen. Verglichen mit meinen Erinnerungen an die Quests aus dem Originalspiel würde ich sagen, First Light ist hier sogar abwechslungsreicher: Es gibt viele interessante Dungeon-Mechaniken, etwa Türen, die sich von selbst öffnen und Monster hereinlassen, oder Bedingungen, die erst erfüllt sein müssen, damit andere Spielzüge möglich werden. Dazu kommt ein zusätzliches Spielbrett auf der Rückseite, das noch mal ein anderes Gefühl ins Spiel bringt.
Für Leute, die sich für HeroQuest interessieren, spreche ich auf jeden Fall eine Kaufempfehlung aus. Für um die 40 Euro bekommt man ein solides Spiel mit ein paar netten Figuren. Die Drachenfigur ist gut gestaltet, ich habe sie angemalt und bin mit dem Design zufrieden.
Das größte Plus bleiben für mich, wie gesagt, die neuen Quests.
Aber auch für alle, die schon sämtliche HeroQuest-Boxen besitzen, ist First Light eine sehr gute Ergänzung – aus mehreren Gründen, die teilweise schon angeklungen sind: Die Karten wurden verbessert und aktualisiert, bei den Heldenfiguren hat man jetzt eine größere Auswahl, und dazu kommt die zusätzliche Karte auf der Rückseite des Spielbretts. Nicht zu verachten ist außerdem ein zweites Würfelset – selbst wer die Grundbox schon besitzt, muss die Würfel so nicht mehr zwischen den Boxen hin- und hertauschen.
Das einzige weinende Auge für mich als, in Anführungsstrichen, Completionist: Folgt man der offiziellen Quest-Reihenfolge, muss man sich entscheiden, ob man First Light oder die Grundbox spielt – eine Möglichkeit, First Light als reine Erweiterung in die Kampagne einzubauen, gibt es nicht. Ich hätte mir das gewünscht, kann aber nachvollziehen, warum es so gelöst wurde: Bei einer günstigen Einsteigerbox muss man Abstriche machen, und die Quests müssen als Startquests funktionieren können. Dieselben Quests wie in der klassischen Grundbox einzupacken, hätte schlicht keinen Sinn gemacht – dann hätte wohl kaum jemand die Box gekauft, der Mehrwert wäre einfach zu gering gewesen.
Schwierigkeitsgrad
HeroQuest, First Light verwendet dieselben Regeln wie die Grundbox. Es ist ein leichtes Beer & Pretzels Game welches man sehr gut mit Kindern spielen kann. Es ist bewusst relativ simpel gehalten, insbesondere wenn man es mit anderen Dungeon Crawlern vergleicht. Daher kann es sein, dass vier oder fünf Erwachsene nicht mehrere Kampagnenboxen durchspielen, ohne sich irgendwann zu langweilen – zumindest, wenn man modernere Dungeon Crawler wie Gloomhaven oder Sword & Sorcery kennt, oder wenn man vielleicht sogar Warhammer Quest spielt. Dagegen wirkt HeroQuest wirklich sehr simpel. Ich würde es eher mit Spielen wie Karak vergleichen, die klar auf Kinder abzielen.
Das heißt nicht, dass es ein schlechtes Spiel ist – im Gegenteil, es hat tolles Material, tolle Erweiterungen und so weiter. Aber ich sehe es eher im Bereich für jüngere Spieler oder für Eltern, die mit ihren Kindern spielen, als für eine Runde Erwachsener, die es über Jahre wie eine Art Rollenspiel-Kampagne betreiben. Vielleicht irre ich mich damit auch, vielleicht ist das auch nur ein etwas snobistischer Eindruck von mir. Mit meiner kleinen Tochter macht es mir jedenfalls großen Spaß. Setze ich mich aber mit meinen Freunden zusammen, greifen wir eher zu komplexeren Dungeon Crawlern.
Andere Meinungen
Zur Einordnung und Meinungen: BoardGameGeek bewertet es mit 7,9 von 10 bei einem bewusst niedrigen Komplexitätsgrad von etwa 1,5 bis 1,8 von 5.
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